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Thilo Sarrazin, Werbefachmann und noch was mehr

Über Thilo Sarrazin kann man sagen was man möchte. Die einen verteufeln ihn schon beinahe und die anderen würden ihn am liebsten selig sprechen und für die eigene, meist rechte, Sache vereinnahmen. Jedem seine eigene Meinung oder auch irgend etwas dazwischen.

Viel interessanter ist meiner Meinung nach seine Qualifikation als Werbefachmann. Er hat eines der wichtigsten Prinzipien der Werbung glanzvoll angewendet, nämlich die der Werbung durch Provokation.

Wie dereinst Roland Koch, der seine Attacke gegen Kinderbetreuung und Bildungsinvestitionen zum besten aller Zeitpunkte lancierte, so hat auch Thilo Sarrazin, im Vorfeld seiner Buch-Veröffentlichung, den Grundstein für eine erfolgreiche Vermarktung gelegt.

Wie er genau kalkuliert hat lässt sich nur erraten. Spekuliert er damit, dass seine Äußerungen ohne Konsequenzen bleiben? Oder spitzt er die Sache absichtlich so zu, dass er sich bald mit einer schicken Sekundär-Einnahme zur Ruhe setzen kann? Er wäre nicht die erste Person des öffentlichen Lebens, welche sich solcherart aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

Wirklich sehr interessant ist ein Interview, das Thilo Sarrazin dem Magazin ‚Lettre International‘ im Oktober 2009(Link geht nicht mehr ;() gegeben hat. Absolut lesenswert und von zwiespältiger Wirkung.

Ein Kommentar

  1. Thilo Sarrazin wurde also geschaßt und ist nun seit dem 02. September ohne Geschäftsbereich! Ob er sich nun aber wirklich so einfach von seinem Job vertreiben lassen wird ist offen.

    Ein Nachruf-Kommentar über Thilo Sarrazin, wie der von Peter Lange, Chefredakteur von Deutschlandradio Kultur, ist, wenn vielleicht noch verfrüht, eine, meiner Meinung nach, ziemlich zutreffende Beschreibung eines Menschen, der zyklisch in s.g. Krisenzeiten immer wieder gerne mal auftaucht und das Ende einer Kultur einläutet.

    Es bleibt ab zu warten, ob Kommentar zu seiner 'Wiedergeburt' nötig sein wird.