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Ecosia, die grüne Suchmaschine

Ecosia Suchmaschine

Eine Suchmaschine, wie Ecosia, die den Beinamen ‚grüne Suchmaschine‚ trägt, sollte doch möglichst die Umwelt schonen, mehr als üblicherweise jedenfalls. Was hat es also mit Ecosia auf sich. Was ist an ihr denn so grün?

Die normale, umweltschädigende Grundeigenschaft einer jeden Suchmaschine, ist es enorm viel Strom zu verbrauchen. Jede Suchanfrage soll, wenn man diversen Forschungsergebnissen glauben mag, so viel Energie benötigen, wie man bräuchte um eine Tasse Tee zu erhitzen. Vergessen sollte man auch nicht den dazugehörigen CO2-Ausstoß, die enorme Wärmeabgabe, die zur Kühlung der ganzen Serverparks nötig ist und alles was sonst noch bei dem Betrieb einer Suchmaschine nötig ist.

Was ist grün?

Wie verhält sich aber denn zum Beispiel ein anderes Beispiel umweltschädigender Technik? Die Rede ist vom Auto. Was unterscheidet ein grünes Auto von einem ’normalen‘ Auto? Da fällt mir ad Hoc der niedrigere Verbrauch ein, ein umweltfreundlicheres Antriebssystem, die umweltfreundlichere Herstellung und dergleichen. Ein solarbetriebenes Auto wäre quasi das ultima ratio an grüner, motorisierter Fahrzeugtechnik.

Aber wie sieht es denn mit der s.g. grünen Suchmaschine Ecosia aus? Nach eigenen Angaben betreiben sie keine eigenen Serverparks, sondern nutzen die Infrastruktur von Microsofts Bing und von Yahoo. Das ist keine schlechte Sache. Zwar nicht unbedingt grün, aber immerhin läge es auch im Interesse der SUMA-Betreiber die Kosten niedrig zu halten und nach außen hin nicht als Umweltsünder dazustehen. Dummerweise sieht es aber nicht so aus, als ob die beiden Betreiber allzu großen Wert auf Öko legen würden. Das ist sehr schade. Ganz im Gegensatz zu dem Marktführer Google. Dieser investiert schon länger in erneuerbare Energie.

Was bleibt unterm Strich?

In dem Sinne ist, wie ich es verstehe, Ecosia also gar nicht grün. Doch was macht jetzt Ecosia zu etwas grünem, zu etwas, das der Umwelt etwas gutes antut? Doch sicherlich nicht nur die grüne Website. Nein, das ganze Geheimnis besteht darin, dass ein Großteil der Werbeeinnahmen, es wird immer wieder von mindestens 80% gesprochen, direkt dem WWF zugunsten des Regenwaldes gespendet wird.

Also im Prinzip wird Geld nicht anders verdient, wie bei allen anderen Suchmaschinenbetreiber auch. Händler schalten Werbung gegen Geld, Besucher klicken auf diese Werbung und der SUMA-Betreiber verdient seinen Anteil.

Doch im Gegensatz zu Google, werden die Einnahmen nicht eingesackt, sondern, nach Auszahlung von Bing und Yahoo, sowie die Bezahlung aller Betriebskosten, an den WWF, dem World Wide Fund For Nature überwiesen. Mit diesem Geld unterstützt der WWF das Regenwald-Schutzprogramm des Juruena Nationalpark in Brasilien.

Ca. 20% würden momentan noch abgezwackt, so steht es auf der Ecosia-Webseite. An einer Verringerung der Eigenkosten würde gearbeitet.

Zu gut um wahr zu sein?

Wir alle wissen, wie viele Milliarden die SUMA-Betreiber, allen voran der unangefochtene Marktführer Google, an werbegenerierten Einnahmen verdienen. Ist es nicht eine schöne und edle Idee, zu versuchen, einen Teil dieses Geldes zum Schutz der grünen Lunge der Erde zukommen zu lassen? Es ist natürlich nicht so, dass Google sich jetzt gar nicht für die Belange der Umwelt interessieren würde. Nein, die bereits erwähnte Investition in erneuerbare Energie zum Betreiben der ganzen Serverparks und den sonstigen Summen, die alle großen Unternehmen regelmäßig spenden müssen auch eingerechnet werden.

Regenwald ist immer gut

Ich denke aber, dass die Fokussierung auf einen Bereich, einen Bereich der uns alle direkt betrifft, den Schutz der Regenwälder, eine gute Sache ist. Natürlich tummeln sich eine Menge zwielichtiger Gestalten im Internet und auch außerhalb herum, die mit der grünen Öko-Fahne wedeln aber vor allem in die eigene Taschen wirtschaften. Warum sollte es hier also anders sein? Das klingt doch eigentlich beinahe zu gut um wahr zu sein.

Ich möchte glauben

Weder Microsoft, noch Yahoo oder der WWF sind kleine Flische im Becken. Ich gehe einfach mal davon aus, dass eine ganze Heerschar von Juristen das Projekt von allen Seiten durchleuchtet haben. Natürlich machen weder Microsoft mit Bing, noch Yahoo dies aus reiner Liebe zu den Menschen. Es ist auch eine willkommene PR-Maßnahme, um dem Konkurrenten Google eins auszuwischen, vielleicht dem sogar ein paar Prozentpunkte Marktanteile abzuluchsen. Aber gleichzeitig müssen Microsoft, Yahoo und der WWF höllisch aufpassen mit wem sie eine Kooperation eingehen. Der Imageschaden wäre noch deutlich höher als der jetzige Gewinn.

Was kann mir noch den Glauben an diese Aktion stärken? Transparenz! Alle Bilanzen und Spenden werden monatlich aktualisiert und veröffentlicht.

Ich bete

Ich bin nun wirklich nicht als gläubiger Mensch bekannt, aber in diesem Fall möchte ich darum beten, dass das Projekt keine große Verarsche ist, dass das ganze Geld dem WWF auch zukommt, dass dem Regenwald dadurch ernsthaft und nachhaltig geholfen wird, dass NICHT in ein paar Jahren die Zeitungen voll sind von unterschlagenen Millionen, allgemeinen Schuldzuweisungen, Dementis und untergetauchten Geschäftsführern. Darum bete ich.

Und jetzt ab zu Ecosia 😉

12 Kommentare

  1. Mein Arbeitgeber hat inzwischen Ecosia als Standart-Suchmaschine eingestellt, egal, auf welchem Rechner man sich anmeldet, die Startseite ist Ecosia.

  2. Alle Achtung! Ich muss bei mir feststellen, dass ich doch gegen meine Angewohnheit kämpfen muss, nicht direkt Google aufzurufen. Mensch ist ja schon ein Gewohnheitstier.
    Dabei liefert Ecosia durchaus gute Suchergebnisse. Ich werde am besten die Grundeinstellung ändern.

  3. Ich zuhause nutze als Browser den Chrome, wenn ich da in die Zeile oben den Suchbegriff eingebe, wird automatisch google genutzt. :)
    Zuhause nutze ich auch nicht ecosia.

  4. Währet den Anfängen 😉 Da hat Google wohl seine frühzeitigen Schutzmechanismen eingeleitet. Als ob die das nötig hätten, bei diesem Marktanteil…

  5. Ich weiß ned, ob ich das umstellen kann.

  6. Ich habe eben mal geschaut. Ist ganz einfach.

    Unter Optionen>Grundeinstellungen>Default Search>Verwalten

    Dann im neuen Fenster auf Hinzufügen klicken und folgendes eingeben:

    http://ecosia.org/search.php?q=%s

    Dann schließen,wieder auf Hinzufügen gehen, Ecosia auswählen. Dann erst kann man ‚Als Standard festlegen‘ anklicken.

  7. Hihi, habe ich auch direkt genutzt um endlich mal den Absprung zu schaffen 😛

  8. Kleiner Nachtrag: Unter Firefox müsste ich ein Addon installieren. Dieses ist aber nicht mal bei Mozilla eingetragen, geht also nur von der Ecosia Seite aus. Das finde ich ziemlich blöde und deswegen bleibt unter Firefox Google meine Standard-Suchmaschine. Dumm gemacht, Pech für Ecosia!

  9. Nun ja, solange es den Nutzer nichts kostet, ist es, selbst wenn sich in ein paar Monaten oder Jahren herausstellen sollte, dass das Versprechen von Ecosia nicht eingehalten wird, dennoch eine gute Sache. Denn auch ohne großen Nutzen für die Umwelt macht die Seite und die Idee sicherlich sensibler für das Thema Umweltschutz. Ich denke aber nicht, dass es zu so einer negativen Überraschung kommen wird. Soweit ich das gelesen/verstanden habe, ist Ecosia bereits die dritte oder vierte Version einer Suchmaske, die vom gleichen Betreiber betrieben wird. Die Weiterentwicklung der Seite hat mehrere Jahre gedauert und es wäre sicherlich aufgefallen, wenn dies nicht mit rechten Dingen zugehen würde. Bleiben wir also lieber positiv und freuen uns lieber über eine solche gute Idee.
    Beste Grüße aus Bremen sendet die Bremer Energieberatung enerpremium

  10. Sensibilisierung für das Thema Umwelt ist immer gut, aber wenn man zunehmend den Eindruck hat, dass Firmen nur auf dieser Welle reiten wollen, weil es gerade so in ist, dann kann das auch nach hinten losgehen.

    Ich habe doch letztens von einem Projekt gelsen, die erzeugte Server-Abwärme für die Beheizung von Haushalten zu nutzen. Das ist ja auch mal eine sehr pfiiffige Idee, bei der man sich wundert, warum nicht von vornherein in dieser Kategorie gedacht worden ist.

  11. Danke für die Antwort. In der Tat ist die Idee mit der Nutzung der Server-Abwärme ziemlich gut. Auf solche simplen Ideen kommt man leider eher selten. Ich werde sogleich mal nach Artikeln darüber suchen. Besten Dank!
    Beste Grüße aus Bremen sendet die Bremer Energieberatung enerpremium