Cartoons, Comics, Illustrationen, Doodles und Auftragsarbeiten

Zeichnen auf einem Android-Smartphone

Schreiben kann ich super auf meinem Smartphone XL, dem Samsung Galaxy Tab, meinem momentan liebsten Arbeitsgerät.

Aber kann ich damit auch meine vielen Artikelbilder erstellen? Welche Apps ich im Endeffekt ausgewählt habe und mein vorläufiges Fazit könnt ihr hier nachlesen.

Sketcher Wichtel

Kostenlose Grafik-Applikationen:

Ich habe im Zuge meiner Nachforschungen so ziemlich jedes kostenlose Grafikprogramm, welches mir im Google-Appstore unter den Zeichen-Finger gekommen ist ausprobiert. Welcher Frust!

Meine Beschränkung auf kostenlose Apps ist dem Umstand zu verdanken, dass meine Kreditkarten zu gut versteckt worden sind 😉 Wir suchen aber noch…

Um es vorweg zu nehmen, keines der Android-Apps kann alles und keines hat ein bestimmtes, aber leider essentielles Feature, das ich für meine Arbeitsweise zwingend brauche: die Überblendung zweier Ebenen im Multiplizier-Modus.

Ebenen Überlagern (Layer Blending):

Was hat es auf sich mit diesem Multiplizier-Modus? Einfach gesagt, in diesem Modus werden weiße Flächen transparent und schwarze Flächen komplett undurchsichtig.

Damit kann ich wunderbar meine Liniengrafik einfärben, ohne dass die Konturen übermalt werden.

Aber leider bietet keine App diese eigentliche Standard-Funktionalität.

Heraus kristallisiert haben sich folgende Anwendungen, mit denen ich vorarbeiten kann, denn finalisieren muss ich dann trotzdem noch mit Gimp oder Photoshop.

SketchBook Express von Autodesk.

  • Sehr schöne Handhabung im allgemeinen, aber das eigentliche Zeichnen mit dem Finger führt bei mir eher zu krakeligen Ergebnissen.
  • Die Navigation ist hingegen sehr durchdacht.
  • Nach langem Stöbern habe ich endlich herausgefunden, dass SketchBook Mobile neben vielen anderen essentiellen Features wie den Export als PSD (Photoshop-Format) und vielen Brushes, auch mehrere Ebenen-Überlagerungsmodi hat, u.a. auch mein ach so wichtiges Multiplizieren. (Wenn ich jetzt nur wüsste wo meine vermaledeite Kreditkarte steckt…?!)

Magic Doodle von Etienne NGuyen Tan Ho und Yong Jie Hu (Franzosen bestimmt :))

  • In der allgemeinen Handhabung etwas gewöhnungsbedürftiger und weniger intuitiv als SketchBook aber dafür ruhiger und sauberer beim Zeichnen mit dem Finger. Leider ist das Zoomen und die Verschiebung der Zeichenfläche nicht ganz so flüssig wie bei SketchBook und der Radierer lässt sich scheinbar nicht klein genug einstellen um im maximalen Zoom Feinheiten zu korrigieren.
  • Ganz böse ist auch, dass Magic Doodle keine Galaxy Tab Auflösung von 600×1024 Pixel anbietet und dass nur die Pro-Version das Editieren der Zeichnungen erlaubt. Speichern geht, wieder einladen nicht. Nicht nett.

Sketcher (Open-Source) ist eine wunderbare Android-Application. Sie basiert auf der Browser-Anwendung von mrDoob. Zu erklären was das Teil macht ist nicht so einfach, daher probiert doch einfach mal dieses wunderbare Zeichenprogramm online aus: Harmony. Sketcher ist ein direkter Port von Harmony und gefällt mir mit am meisten.

Die beiden Bilder die ich hier eingestellt habe sind damit erstellt. Hätte ich jetzt noch SketchBook-Mobile, dann hätte ich den Wichtel auch noch eingefärbt, aber leider leider…

Sketcher Kopf

Andere Möglichkeiten:

In meinem vorletzten Artikel, mit den Stufen einer romantischen Beziehung, habe ich dann noch einen anderen Weg gewählt. Da habe ich ganz herkömmlich erst  auf Papier gezeichnet  und fein mit Tusche nachgezogen und dann mit dem meinem Samsung Galaxy Pad ein Foto von dem Bild gemacht. Das Pad hat zwar keine herausragende Auflösung – bescheidene 2048×1232 Pixel – aber gute Farben und vor allem einen semi-automatischen Autofokus und ist gut für Makroaufnahmen geeignet. Schnell noch die Zeichenfläche auf die richtige Größe beschnitten und weiter mit dem Bild zu einer weiteren kleinen Android-App-Perle.

LittlePhoto:

Mit LittlePhoto (kostenlos aber mit Werbung oder einen Minibetrag für die Werbefreie Application (Kreditkarte wo bist du?)) hat man eine riesige Auswahl an vorgefertigten Effekten, die man auf das Bild anwenden kann. Man kann wunderbar mit allen Effekten spielen, ohne das Originalbild zu beschädigen.

Ein großer und sehr wichtiger Vorteil dieser Application ist, dass die Bilder auf dem Android-Gerät selbst verarbeitet werden und nicht wie bei vielen anderen Apps erst im Hintergrund online hochgeladen, dort verarbeitet und dann wieder zurück geschickt werden (Traffic lässt grüssen).

Restarbeiten und Fazit:

Leider habe ich noch keine App gefunden, mit der ich wie mit Irfanview und dem Web-Plugin das Bild hinterher passend runter skalieren, konvertieren und speicheroptimiert behandeln kann.

Mit DropBox oder USB-Verbindung kann ich aber das Bild einfach auf mein Notebook übertragen und dann dort alle finalen Arbeiten ausführen.

Aber klar, meine Hoffnung, komplett Mobil arbeiten zu können, wenn es denn mal nötig sein sollte, habe ich noch nicht ganz erreicht.

Aber die Zukunft für Android sieht meiner Meinug nach rosig aus. Mit der Zeit werden die Apps immer leistungsfähiger werden, vor allem, wenn immer mehr Android Tablets auf den Markt kommen werden.

Ich habe bereits von einigen Künstlern und Grafikern gehört, die nur darauf warten, dass die wirklich großen iPad-Sized Android Tablets vorgestellt werden.

Es bleibt spannend und ich bleibe am Ball.

9 Kommentare

  1. Wenn das Arbeiten ganz mobil das mittelfristige Ziel ist, so muss ich doch sagen, das ich es nicht weiter schlimm finde, das dies noch nicht voll funktionert, da mir die Zeichnungen, hinter denen auch noch Handarbeit steckt, doch irgendwie am besten gefallen.
    Ich finde es aber auch grundsätzlich schöner, wenn etwas nicht „nur“ auf Technik beruht sondern auch noch „handmade“ ist – meiner Meinung nach, drückt letzteres doch noch mehr Gefühl aus bzw. kann dieses besser transportieren.

  2. Wow! Das waren jetzt aber zwei verdammt lange Sätze. Bist du wohl dabei mir Konkurrenz zu machen, wo ich doch mit aller Kraft versuche diese lästige und früher meine Lehrer in den Wahnsinn treibende Unsitte aus meinem Schreibstil zu verbannen.

    Aber du hast in allen Punkten recht. Bei den rein digital erzeugten Bildern fehlt (bei mir zumindest) das gewisse Etwas.

    Richtige Künstler kriegen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln etwas tolles gezaubert 😉

    Ich bin aber mitnichten fixiert auf eine Methode und würde mich auch gar nicht festlegen wollen und können.

    Aber klar, komplett mobil arbeiten zu wäre schon was feines.

    Mal sehen, was die weitere Entwicklung in Zukunft so bringen wird.

  3. Hm,

    Ich bin Medizinstudentin und würde gerne Skizzen von meinem Lernstoff erstellen in einer Art Comic zum Merken ; )

    Was denkst du, über überlege hin und her zwischen:

    A – richtiges Graphik-Tablet z.B. Wacom Intous
    B – Samsung Galaxy Tab
    C – Ipad

    Kann man auf dem Samsung Galaxy Tab genauso gut zeichnen (von der Eingabe her) wie auf dem Ipad?
    Auf Youtube gibt es tausende Videos wie toll man am Ipad zeichnen kann aber nichts vom Galaxy Tab – das macht mich misstrauisch.

    Oder doch ein richtiges Graphik-Tablet?
    Das kann dann zwar sicher toll zeichnen, aber ich hab halt die ganzen Zusatzfunktionen nicht, die ein Ipad oder Galaxy Tab hätte..

    Deine Meinung würd mich interessieren!
    (oder auch, wo ich mehr Information bekommen kann)

    Tina

  4. Hi Tina,

    ich liebe mein Samsung Galaxy Pad. Ich könnte wirklich nicht mehr ohne. Die Größe passt perfekt. Alles super.
    Alles super, bis auf den traurigen Umstand, dass man mit keinem der angebotenen Zeichen-Apps vernünftig zeichnen kann ;( Meine Vermutung geht dahin, dass das SGP einfach ein zu grobes Abtastraster hat. Ich schätze so auf alle 1cm, denn wenn man versucht eine Diagonale zu zeichnen, dann hat man alle 1 cm einen Hubbel.

    Von einem richtigen Zeichentablett würde ich dir auch eher abraten, oder willst du immer dein Notebook und dein Tablett mit schleppen und mühsam immer hoch- und runterfahren?

    Alternativ gäbe es noch die Displays von Wacom, auf denen zu direkt zeichnen kannst. Ganz toll, aber auch verdammt teuer. Für professionelle Grafiker sehr sinnvoll. Aber eine Steckdose in der Nähe wäre auch nicht unklug 😉

    Für deine Zwecke kann ich dir eigentlich nur ein IPad empfehlen. Die Größe passt perfekt zum zeichnen und schreiben, in der Tasche dürfte es auch passen und mit SketchBook liegst du genau richtig.

    Alternativ könntest du ein Android-Tablett in der A4-Größe ausprobieren, ob da das Raster so eng ist, dass damit ein sauberes Zeichnen möglich ist. Aber nicht ohne vorheriges ausprobieren, sonst könntest du dich hinterher ärgern.

    Aber eigentlich ist die Kombi aus IPad und SketchBook für deine Einsatzzwecke perfekt und ein noBrainer.

    Ich hoffe dir damit ein wenig geholfen zu haben :)

  5. Hallo Philipp!

    Danke für deine Antwort!
    Hätte ich nur auf dich gehört ; )

    Seit heute habe ich ein SGT.
    Ich wollte es, weil es leichter ist als das Ipad.
    Aber offenbar gibt es keine App, mit der man in PDFS (=Skriptum für die Uni) wirklich Zeichnungen und Notizen machen kann! Hätte ich nie gedacht!

    Jetzt wollte ich wenigstens Zeichnungen, die ich Sketchbook Mobile mache, aufs Notebook ziehen und von dort in ein Word oder PDF einbinden.
    Aber wie um alles in der Welt bekomme ich die Zeichnungen von sketchbook mobile auf mein Notebook?
    Ich finde am SGT keinen Ordner, wo sie abgespeichert werden. Im Programm auch keine Funktion, um sie zu exportieren?

    Wenn das so holprig weitergeht, dann werd ich bald beim ’nobrainer‘ sein und doch ein Ipad anschaffen.
    Mein 90jähriger Nachbar hat sich grad eins gekauft und lässt mich das bestimmt mal vorher testen 😉

  6. Wenn das deine einzigen Probleme sind, dann kann dir geholfen werden :-) .

    Mit der App ezPdf Reader kannst du ganz wunderbar in PDFs zeichnen und Notizen einfügen.

    Um die Daten zwischen Pad und Notebook zu synchronisieren empfehle ich dir Dropbox. Dazu musst du einfach Dropbox auf deinem Notebook uns als App auf dem Pad installieren. Super schnell und einfach.

    Damit bist du bestens versorgt.

  7. So..

    gerade den ezPDF Reader ausprobiert!
    Habe mir extra den Samsung Original Stylus gekauft – aber wenn man nicht wirklich fest aufdrückt, dann wird es kein durchgängiger Strich. Bringe da eher recht krakelige Sachen zuwege – ging dir das auch so?

    Die Sketchbook Mobile find ich gut – aber ich komme einfach nicht drauf, wo das gute App die fertigen Bilder speichert? bzw. warum gibt es keinen Speicher-Button, wo ich die Datei benennen und abspeichern kann?

    Kannst du mir da weiterhelfen?
    (keine Sorge, das war mein letzter Kommentar – nicht, dass du meinst, ich frage dich jetzt jeden Tag was 😉

    aber vielleicht hilft unsere Konversation auch ein paar anderen Leuten, die so wie ich durch googeln auf deinen Blog gestoßen sind!

    Tina

  8. ah, unter eigene Dateien / Sketchbook mobile sind die Zeichnungen als die tiffs.

    Aber ehrlich gesagt:
    für meine comic-artigen Zeichnungen funktioniert das total schlecht. Es sieht schlampig gekritzelt aus, das Canvas ist viel zu klein für umfangreiche Skizzen.

    Der Stylus quietscht??

    Da hab ich auf einem Thinkpad Tablet viel schöner zeichnen können!

    Ich glaub, das ist mir noch zu sehr in den Kinderschuhen!

  9. Hi Tina, sorry für die späte Antwort.

    Installiere dir auch mal einen vernünftigen Dateimanager wie Linda oder Ol Dateimanager, falls du noch nichts dergleichen haben solltest.

    Ich habe noch keinen Stift, zeichne, wenn mit dem Finger. Aber ich hatte dir doch erzählt, dass das Abtastraster zu gering ist auf dem SGT 😉 Das einzige, das ein wenig hilft, ist häufiges zoomen und schnelles Zeichnen. Sketchbook ist auf dem IPad2 leider viel besser nutzbar.

    Was du aber machen könntest – das ist mein momentaner workflow – du zeichnest regulär auf Papier und Fotografierst das ganze ab, mit gleichzeitiger Anpassung der Tonwertkorrektur und der Ausrichtung und Abspeicherung als PDF. Das klappt ganz toll mit der App CamScanner. Das Bild mit der Kaninchenrasur habe ich so erstellt. Probiere das mal aus. Du kannst sogar etwas schief fotografieren, da die Entzerrung ziemlich sauber funktioniert. Freistelllen sowieso.

    Zum Thema ezPdf Reader, ganz sauber geht nicht, mehr eine grobe Skizze, aber schnelles führen des Stiftes elaubt saubereres zeichnen. Langsam wird krakelig.

    PS: Frag mich ruhig. Ich freue mich, wenn ich dir helfen kann. Und andere wird es auch freuen. Ich stand ja vor der gleichen Problematik.